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Bevölkerungsentwicklung in Nordrhein-Westfalen während des 19. Jahrhunderts Bevölkerungswachstum und Industrialisierung sind eng verkoppelte zentrale Prozesse, die in Deutschland während des 19. Jahrhunderts abliefen. Die beiden preußischen Westprovinzen Rheinland und Westfalen spielten dabei eine besondere Rolle; hier entstand eine der ausgeprägtesten Industrie- und Städtelandschaften Europas.
Der bereits in den 1830er und 1840er Jahren einsetzende Strom von Zuwanderern in die alten Textilgewerbestädte vervielfachte sich mit dem Wandel ehemaliger Ackerbürgerstädte zu Industriemetropolen in der Hellwegzone des Ruhrgebiets, das zum Motor der deutschen Industrialisierung wurde. In kürzester Zeit bildeten sich ausufernde Vorstädte und expandierende Industriedörfer. Wegen der sprunghaften Expansion ragten die Regierungsbezirke Arnsberg und Düsseldorf heraus; im Regierungsbezirk Düsseldorf etwa stieg der Anteil der städtischen Bevölkerung in den zwei Jahrzehnten von 1850 bis 1870 von 42 auf 58 Prozent. Insgesamt wuchs die Bevölkerung der beiden Provinzen Rheinland und Westfalen in diesem Zeitraum von 4,3 auf 5,3 Millionen Menschen, obwohl zwischen 1849 und 1871 über 160.000 Auswanderer nach Übersee das Gebiet verließen. Das rasche Wachstum vor allem der jungen Industriestädte
beruhte einerseits auf einer starken Zuwanderung arbeitssuchender Menschen
mittleren Alters aus dem direkten Umland sowie vor allem aus Nordostdeutschland
und Hessen. Bis zum Ersten Weltkrieg kamen etwa 800.000 Zuwanderer aus
den preußischen Ostgebieten ins Ruhrgebiet. Andererseits lag dieses
Wachstum auch in einer überdurchschnittlich hohen Kinderzahl der Familien
begründet. Da gleichzeitig die Lebenserwartung stieg, hat sich die Bevölkerung
beider Provinzen bis zum Ersten Weltkrieg noch einmal etwas mehr als
verdoppelt, so daß nun 11,3 Millionen Menschen hier lebten, davon im
Rheinland jeder zweite und in Westfalen jeder dritte in einer Stadt
mit über 20.000 Einwohnern. Erst um die Wende zum 20. Jahrhundert setzte
sich die sogenannte industrielle Bevölkerungsweise durch, die auf eine
Reduzierung der Geburten hinauslief. Bevölkerungsentwicklung der nordrhein-westfälischen
* Stadt seit 1911 (heute Duisburg-Hamborn) Jörg Vögele Literatur: |
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