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04. November 1811
Gewerbeausstellung in Düsseldorf zu Ehren Napoleons

 
Ausstellungsgelände in Düsseldorf.

"In Düsseldorf wird jetzt eine internationale Kunstaustellung für Malerei, Plastik und Gartenbau eröffnet, ich habe vor, hinzufahren." Diesen Satz ließ Boris Pasternak 1957 in seinem Roman "Dr. Schiwago" einen Protagonisten sagen. Düsseldorf war schon lange zum bevorzugten Schauplatz für die westdeutsche Industrie, ebenso wie für zahlreiche Kunstausstellungen geworden.

Die Tradition Düsseldorfs als Ausstellungs- und Messeort geht auf den Besuch Napoleons im November 1811 zurück. Anläßlich dieses Besuches wollten die Düsseldorfer, die seit 1806 in der -wenig beachteten- Hauptstadt des französisch regierten Großherzogtums Berg lebten, die Aufmerksamkeit des französischen Kaisers auf ihre Stadt lenken. Die Stadt wurde geschmückt und am 4. November 1811 eine Gewerbeausstellung veranstaltet. Die Stadt soll Napoleon sehr beeindruckt haben und die Legende berichtet von seinem Ausspruch: "C`est petit Paris!". Die wirtschaftliche Lage der Stadt blieb aber weiterhin durch die Kontinentalsperre gegenüber England und den gleichzeitig bestehenden Einfuhrzöllen nach Frankreich katastrophal. Allerdings erließ Napoleon von Paris aus ein Verschönerungsdekret, mit dessen Mitteln von rund 90.000 Francs die Erweiterung des Hofgartens finanziert wurde.

Aussenansicht des Krupp Pavillons.
 

Auch unter preußischer Herrschaft wurden Gewerbeausstellungen in Düsseldorf veranstaltet. 1836 wurde der "Gewerbeverein für den Regierungsbezirk Düsseldorf" gegründet, der diese Ausstellungen organisierte. Die erste fand schon ein Jahr nach seiner Gründung statt. So auch im darauf folgenden Jahr; diese Schau konnte aber nicht an den Erfolg des Vorjahres anknüpfen. Die Erkenntnis, dass nicht in allzu kurzer Folge Industrieausstellungen durchgeführt werden dürften, setzte sich durch. Daß die nächste Schau in Düsseldorf erst 14 Jahre später stattfinden sollte, lag aber auch an den politisch unruhigen Zeiten.

 
Innenansicht des Krupp Pavillons.

Eine der bedeutendsten Ausstellungen in Düsseldorf überhaupt war die Gewerbeausstellung von 1880. Als Reaktion auf die schlecht beschickte Weltausstellung in Philadelphia 1876 organisierte die rheinisch-westfälische Industrie unter der Führung des Fabrikanten Lueg und des Bankiers Trinkaus eine eigene Schau, an der rund 3.000 Firmen teilnahmen und die eine Viertelmillion Mark Überschuß brachte. Mehr als eine Million Besucher kamen in die 100 neu errichteten Hallen auf dem Gelände des Zoologischen Gartens. Unter ihnen war Kaiser Wilhelm I.

Die große Industrie-, Gewerbe- und Kunstausstellung bildete im Jahr 1902 den Höhepunkt für Düsseldorf als Messestadt. Diese umfassende Ausstellung war ein ehrgeiziges und aufwendiges Projekt. Der allgemeine Glaube an die Zukunft und die Technik bildete die Hintergrundstimmung dieser Schau. Ab 1898 entstand entlang des Rheins ein fast zwei Kilometer langes und bis zu 350 m breites Dauerausstellungsgelände. Die Infrastruktur genügte modernen Ansprüchen: eine Rheinbrücke, die das Ausstellungsgelände mit dem anderen Ufer verband war kurz zuvor fertig gestellt worden, ein Anschluß an das Eisenbahnnetz wurde eigens geschaffen, eine drei Kilometer lange Trasse führte eine Straßenbahn durch das Gelände und für die Stromversorgung sorgte ein eigenes Kraftwerk. 160 Bauten wurden errichtet, darunter große Ausstellungshallen, aber auch die Nachbildung einer mittelalterlichen Burgruine und Jugendstilhäuser. Dieses Ereignis zwischen Gewerbeschau, Kunstausstellung und Erlebnispark faszinierte Kaiser Wilhelm II., die meisten deutschen Fürsten, in- und ausländische Politiker und insgesamt mehr als eineinhalb Millionen Besucher. Düsseldorf wurde weltbekannt und erreichte als Ausstellungsort einige Berühmtheit.

Rebecca Lammers

Literatur:
Hugo Weidenhaupt: Kleine Geschichte der Stadt Düsseldorf, Düsseldorf 1993.
Dieter Kastner und Vera Torunsky: Kleine rheinische Geschichte, Köln 1987.

 

     
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