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15. Mai 1648
Der Westfälische Friede

 
Dieser Vertrag besiegelte den Westfälischen Frieden, der den 30-jährigen Krieg beendete.

Um den später sogenannten 30jährigen Krieg zu beenden, einigten sich Kaiser Ferdinand III., Frankreich und Schweden, 1641 Friedensverhandlungen im katholischen Münster und im protestantischen Osnabrück anzusetzen. In den benachbarten westfälischen Städten sollte auf dem Verhandlungswege eine Reihe von Kriegen beenden, die seit Jahrzehnten große Teile Mitteleuropas verwüstet hatten.

Vor allem drei Aufgaben mußten gelöst werden: Das Kräfteverhältnis zwischen den europäischen Mächten war neu zu bestimmen, das Verhältnis zwischen dem Kaiser und den Reichsständen mußte einvernehmlich geordnet werden, und das Verhältnis zwischen Katholiken und Protestanten sowie deren Stellung im Reich war zu regeln. Auch Spanien und die niederländischen Generalstaaten nahmen in Münster Verhandlungen auf, um ihren seit 1568 andauernden Konflikt beizulegen. Neben den genannten Mächten waren auch die meisten anderen europäischen Staaten zumindest zeitweilig am Krieg beteiligt.

Bis heute gilt der Dreißigjährige Krieg als eine der schlimmsten Katastrophen der deutschen Geschichte, denn die Zivilbevölkerung litt unter den Kriegshandlungen stärker als bei früheren Konflikten: Söldnertruppen preßten die besetzten Gebiete aus, Wirtschaftsverbindungen zerbrachen, Hunger und Seuchen breiteten sich aus. Weite Teile Deutschlands wurden so stark verwüstet, daß erst nach Jahrzehnten das Vorkriegsniveau an Einwohnerzahl und Wirtschaftskraft erreicht wurde. In den am meisten betroffenen Gebieten überlebte nur etwa ein Drittel der Bevölkerung.

Da sich abzeichnete, daß der Konflikt militärisch nicht zu lösen war, suchte man den Frieden nun auf dem Verhandlungswege. 1643 reisten die Gesandten von ca. 150 europäischen Staaten und Reichsterritorien zum ersten beinahe gesamteuropäischen Friedenskongreß nach Münster und Osnabrück. 1648 wurden drei große Friedensverträge unterzeichnet: am 30. Januar der spanisch-niederländische Friede von Münster, der am 15. Mai 1648 beschworen wurde, und am 24. Oktober der kaiserlich-schwedische Friede von Osnabrück und der kaiserlich-französische Friede von Münster.

Es sollte ein europäischer Friede sein, um Europa eine neue Ordnung zu geben. Die Bedeutung des Westfälischen Friedens wird durch folgende Punkte deutlich:

  • Die Selbständigkeit der niederländischen Generalstaaten und der Schweiz wurde allgemein anerkannt.
  • Dem Reich wurde gegen zentralisierende Bestrebungen der habsburgischen Kaiser seine überkommene föderale Verfassung in Gestalt eines Reichsgrundgesetztes bestätigt.
  • Die Zeit der universalen Mächte, des Papstes und des Kaisers, war vorbei. Alle Staaten im völkerrechtlichen Sinne galten von nun an als prinzipiell gleichberechtigte Mitglieder im Kreis der europäischen Mächte.
  • Im Reich wurden Katholiken und Protestanten als zwei gleichberechtigte Konfessionsgruppen anerkannt. Bei künftigen Glaubenswechseln eines Fürsten genossen seine Untertanen Schutzrechte.

Literatur:
Helmut Lahrkamp: Dreißigjähriger Krieg, Westfälischer Frieden. Münster 1997.

 

     
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